Bayerisches Studienbeitragsdarlehen

In Bayern wurde zum Sommersemester 2007 ein Studienbeitragsdarlehen eingeführt. Der Grund: Die Studienbeiträge sollen sozialverträglicher gemacht werden. Das Darlehen wird elternunabhängig und ohne Sicherheitsleistungen angeboten. Die Vermögensverhältnisse und die Bonität des Studierenden wird nicht geprüft. Das Darlehen kann über die KfW-Förderbank bezogen werden.

 

Mit Beschluss des bayerischen Landtags vom 24. April 2013 wurde die Abschaffung der Studienbeiträge zum Wintersemester 2013/14 beschlossen. Insofern ist für die Zukunft die Antragstellung für das Bayer. Studienbeitragsdarlehen ab dem Wintersemester 2013/14 nicht mehr erforderlich und möglich.

 

 

Im Folgenden finden Sie die Informationen zum Bayerischen Studienbeitragsdarlehen:

 

Einzelheiten des Darlehens werden durch die Verordnung über Darlehen zur Studienbeitragsfinanzierung (StuBeiDaV) vom 18. September 2006 in der aktuellen Fassung geregelt. Dies sind insbesondere:

  • die Darlehensberechtigung,
  • die Darlehenshöhe,
  • die Darlehensbedingungen und
  • die Rückzahlungsmodalitäten.


Nachfolgend haben wir diese Einzelheiten kurz für Sie zusammengefasst:

 

 

Darlehensberechtigung:  

 

Darlehensberechtigt sind grundsätzlich gemäß § 3 Abs. 1 der Verordnung über Darlehen zur Studienbeitragsfinanzierung (StuBeiDaV) vom 18. September 2006:

  • Deutsche sowie deren Angehörige,
  • Bürger der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie deren Angehörige,
  • Ausländer die Deutschen gleichgestellt sind,
  • heimatlose Ausländer
  • andere Ausländer oder Staatenlose, deren Berechtigung zum Bezug von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) dem Grunde nach festgestellt worden ist und
  • Bildungsinländer, die an einer deutschen Schule Ihre Hochschulzugangsberechtigung  erworben haben    

 

die als Studierende

 

  • an einer bayerischen Hochschule
  • für ein Erststudium immatrikuliert sind und
  • das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben

 

und eine Beitragspflicht besteht.  

 

Als Erststudium gilt auch ein an ein grundständiges Erststudium anschließendes Masterstudium.

 

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Darlehenskonditionen

 

Laufzeit:

Das Darlehen wird höchstens bis zum 10. Hochschulsemester ausgezahlt. Eine Verlängerung um bis zu 4 Semester ist möglich. Dazu muss der KfW-Förderbank eine Bescheinigung der Hochschule vorgelegt werden, aus der hervorgeht, dass Sie innerhalb dieser 4 Semester Ihr Studium abschließen werden.

 

Zinssatz:

Der Zinssatz für das Darlehen ist variabel und hängt vom allgemeinen Zinsniveau ab, das heißt er kann sich von Semester zu Semester verändern. Er setzt sich zusammen aus dem 6-Monats-EURIBOR (das ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken für 6 Monate gegenseitig Geld leihen) und einer Kostenmarge, deren Höhe im Darlehensvertrag auf 15 Jahre festgeschrieben wird. Die Anpassung des Zinssatzes an den EURIBOR als Leitzins erfolgt zum 1. April und 1. Oktober jeden Jahres.

Neben dem konkret zu entrichtenden Zinssatz vereinbaren Sie bei Abschluss des Vertrages mit der KfW einen Höchstzinssatz, der für 15 Jahre gilt. Diese Vereinbarung bewirkt, dass Sie - auch im Falle eines drastischen Anstiegs des allgemeinen Zinsniveaus - nicht mehr als diesen vereinbarten Höchstzinssatz zahlen müssen.

Sinkt der EURIBOR, sinkt auch der Zinssatz Ihres Darlehens.

Die anfallenden Zinsen werden Ihnen bis zum Beginn der Rückzahlung des Darlehens gestundet. Insofern müssen Sie während des Studiums keine Zinsen zahlen.

Den aktuellen Zinssatz für das Studienbeitragsdarlehen teilt Ihnen die KfW-Bank jeweils zum 01.04 und 01.10. schriftlich mit. Sie finden den Zinssatz außerdem in Ihrem Kontoauszug.

 

 

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Darlehensrückzahlung:

 

Das Darlehen endet grundsätzlich mit Beendigung des Studiums, Erreichen der maximalen Auszahlungsdauer (10 bzw. 14 Semester) oder Erreichen der Altersgrenze. Bei Erreichen der Altersgrenze wird das Darlehen letztmals für das Wintersemester ausgezahlt, das in dem Kalenderjahr endet, in dem Sie das 40. Lebensjahr vollenden.

 

Beispiel:

Sie vollenden im Jahr 2014 das 40. Lebensjahr. Sie können somit das Studienbeitragsdarlehen letztmals für das Wintersemester 2013/14 in Anspruch nehmen.  

 

Die Rückzahlung beginnt erst nach einer tilgungsfreien Zeit, der sog. Karenzphase. Die Karenzphase beginnt mit dem 1. April oder dem 1. Oktober, nach dem Sie Ihr Studium beendet haben. Sie dauert ab diesem Zeitpunkt maximal 18 Monate. Während der Karenzphase erhalten Sie kein Darlehen mehr ausgezahlt, es fallen aber weiterhin Zinsen an. Diese Zinsen müssen Sie jedoch erst bei der Rückzahlung des Darlehens bezahlen. Sie können die Karenzphase auf Wunsch auf 12 bzw. 6 Monate verkürzen.

Zu Beginn der Rückzahlungsphase macht Ihnen die KfW-Förderbank einen Tilgungsvorschlag. Dabei geht sie davon aus, dass Sie das Darlehen einschließlich Zinsen innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen. Sie können die Rückzahlungsdauer aber auch durch höhere Raten verkürzen oder durch niedrigere strecken. Die Raten sind dabei so zu bemessen, dass die Rückzahlungsphase nicht länger als 25 Jahre dauert. Die konkrete Mindestrate hängt von der Höhe Ihrer Darlehensschuld und dem Zinsniveau ab. Raten unter 20 € je Monat sind nicht zulässig.

Ab Beginn der Rückzahlungsphase können Sie das Darlehen jeweils zum 1. April und zum 1. Oktober ganz oder teilweise außerplanmäßig tilgen. Dadurch entstehen Ihnen keine Zusatzkosten.

 

Die sozialverträgliche Ausgestaltung der Rückzahlung sieht vor, dass eine Stundung bzw. ein Erlass der Rückzahlung möglich ist.

 

Stundung:

Wenn Sie kein oder nur ein geringes Einkommen erzielen, kann die Rückzahlung Ihres Darlehens auf Antrag gestundet werden. Als Einkommensgrenze ist § 18 a Abs. 1 BAföG plus 100 Euro maßgebend. Derzeit liegt die Einkommensgrenze für unverheiratete Absolventen ohne Kinder bei 1.670 Euro netto monatlich. Sie erhöht sich für den Ehegatten um 535 Euro und je Kind um 485 Euro. Darüber hinaus können Sie unter Darlegung und Glaubhaftmachung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse die Stundung beantragen, wenn Sie vorübergehend in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten oder im Fall sofortiger Einziehung fälliger Beiträge in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten würden.

 

Erlass:

Ein Erlass der Darlehensrückzahlung ist auf Antrag möglich, soweit die Rückzahlungsverpflichtung nach § 17 Abs. 2 BAföG und das Studienbeitragsdarlehen zuzüglich aufgelaufener Zinsen zusammen die Höchstgrenze nach § 17 Abs. 2 BAföG (derzeit 10.000 Euro) zuzüglich 5.000 Euro überschreiten. Die Summe, die darüber hinaus geht, kann Ihnen zu Beginn der Rückzahlungsphase erlassen werden. Im Falle ihres Todes wird die Darlehensschuld auf Antrag des/der Erben erlassen. Darüber hinaus wird die Darlehensschuld auf Antrag erlassen, wenn festgestellt ist, dass Sie voll erwerbsgemindert im Sinne von § 43 Abs. 2 SGB VI sind und es unwahrscheinlich ist, dass die volle Erwerbsminderung behoben werden kann.  

 

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Fragen und Antworten:

 

Fragen rund um das Thema Bayerisches Studienbeitragsdarlehen werden auf den Internetseiten des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (StMWFK) sowie bei www.studieren-in-Bayern.de beantwortet.  

 

Flyer: "Durchstarten! mit dem Bayerischen Studienbeitragsdarlehen"

 

 

Weiterführende Links:

 

 

KfW-Förderbank

StuBeiDaV

 

 

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Ansprechpartner für Rückfragen:

 

Referat 2.2 - Studierendenkanzlei

Frau Silvia Rüth

Oswald-Külpe-Weg 84 (rechter Eingang), Zi.-Nr.: 207, EG

97074 Würzburg

Tel.: 0931/31-82535

Fax.: 0931/31-825350

Email: silvia.rueth@uni-wuerzburg.de

 

 

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