Intern
    Studierendenkanzlei

    Beurlaubung

    Studierende, die aus wichtigen Gründen an einem ordnungsgemäßen Studium gehindert sind, können in der Regel bis zu zwei Semester vom Studium beurlaubt werden. Eine Beurlaubung im ersten Semester an der Universität Würzburg ist außer in Masterstudiengängen jedoch grundsätzlich ausgeschlossen.

    Wichtige Gründe für eine Beurlaubung:

    Krankheit

    Vorzulegen ist ein ärztliches Attest, aus dem eindeutig hervorgeht, dass im betreffenden  Semester ein ordnungsgemäßes Studium nicht möglich ist bzw. das Semester nicht mehr abgeschlossen werden kann.

    Aufenthalt im Ausland zu Studienzwecken (Auslandsstudium)

    Bei einem Studium an einer ausländischen Universität ist entweder eine Bestätigung des International Office der Universität Würzburg (bei Erasmus/Sokrates) oder ansonsten eine Bestätigung der jeweiligen ausländischen Universität über die Immatrikulation vorzulegen. Das Formular zur Beantragung des Visums (Certificate of Eligibility for Nonimmigrant (F-1) Student Status) ist für die Beantragung alleine nicht ausreichend.

    Aufenthalt im Ausland als Fremdsprachenassistent (Assistant Teacher)

    In diesem Fall ist als Nachweis die Bestätigung des Assistant Teacher-Programmes vorzulegen.

    Bitte beachten:

    Der Aufenthalt als Assistant Teacher ist ein Praktikum, für das aber aufgrund der grundsätzlichen Programmdauer von einem Jahr ausnahmsweise für zwei Semester beurlaubt werden kann.

    Praktika

    Eine Beurlaubung ist dann möglich, wenn sich das Praktikum mindestens über die Hälfte der Vorlesungszeit erstreckt. Zudem muss das Praktikum außerhalb der Universität Würzburg abgeleistet werden.

    Als Nachweis ist eine Bestätigung der Praktikumsstelle erforderlich, aus der der Zeitraum des Praktikums hervorgeht. 

    Geburt oder Erziehung und Betreuung von Kindern

    Vorzulegen ist hier eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes bzw. eine Kopie des Mutterpasses, wenn das Kind erst während des Semesters geboren wird.

    Bei einer Beurlaubung wegen Schwangerschaft/Kindererziehung kann die Dauer entsprechend der Regelungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) insgesamt bis zu sechs Semester je Kind, maximal aber bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres, erfolgen.

    Soweit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres die sechs Semester noch nicht ausgeschöpft wurden, können bei Kindern, die nach dem 31. Dezember 2000 geboren wurden, bis zu zwei Semester übertragen werden, allerdings nur bis zum 8. Geburtstag des Kindes.

    Bei Kindern, die nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, können bis zu vier Semester übertragen werden, ebenfalls nur bis zum 8. Geburtstag des Kindes.

    Bitte beachten:

    Väter können frühestens ab der Geburt des Kindes vom Studium beurlaubt werden. Sollte Ihr Kind erst nach Ablauf der Antragsfrist für die Beurlaubung geboren werden, ist eine Beurlaubung für das laufende Semester nur möglich, wenn Sie die Beurlaubung unverzüglich (d. h. innerhalb von 14 Tagen) nach der Geburt beantragen.

    Pflege von nahen Angehörigen

    Als Nachweis ist ein ärztliches Attest vorzulegen, aus dem die Pflegebedürftigkeit des/der nahen Angehörigen und der Name der Pflegeperson hervorgehen. Darüber hinaus sind Nachweise für das Verwandtschaftsverhältnis (z.B. Geburtsurkunde/n, Auszug aus dem Familienstammbuch, etc.) vorzulegen.

    Für die Inanspruchnahme von Pflegezeiten ist in § 4 Abs. 1 des Pflegezeitgesetzes (PflegeZG) eine Höchstdauer von sechs Monaten vorgesehen, so dass eine Beurlaubung nur für ein Semester ausgesprochen werden kann.

    Freiwilligendienst

    Im Falle des Ableistens eines Freiwilligendienstes [freiwilliger Wehrdienst, Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ), Bundes-Freiwilligendienst (BFD), Programme "weltwärts" und "kulturweit", Europäischer Freiwilligendienst (EFD), Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD), Dienst als Entwicklungshelfer] ist eine Beurlaubung möglich, sofern der Dienst mindestens die Hälfte der Vorlesungszeit des jeweiligen Semesters umfasst. Je nach Dauer des Dienstes kann in Ausnahmefällen auch bis zu zwei Semestern beurlaubt werden.

    Als Nachweis ist eine Bestätigung des Trägers des jeweiligen Freiwilligendienstes erforderlich, aus der die Art und der Zeitraum des Dienstes hervorgeht.

    erhebliches ehrenamtliches Engagement

    Eine Beurlaubung kann erfolgen, wenn der bzw. die Studierende durch das ehrenamtliche Engagement in einem derart großen Umfang in Anspruch genommen wird, dass eine zeitliche Vereinbarkeit mit dem Studium nicht möglich ist. Als Nachweis ist eine schriftliche Bestätigung der Stelle vorzulegen an der das Ehrenamt ausgeübt wird. Aus dem Nachweis muss hervorgehen, dass das Ehrenamt im betreffenden Semester ausgeübt wird sowie der hierfür benötigte Zeitaufwand.

    Beantragung und Antragsfrist:

    Ein Urlaubssemester wird jeweils für ein Fachsemester ausgesprochen und kann frühestens zusammen mit der Rückmeldung für das betreffende Semester beantragt werden. Der Antrag auf Beurlaubung muss jedoch bis spätestens einen Monat nach Vorlesungsbeginn des jeweiligen Semesters gestellt werden. Die genauen Termine des Vorlesungsbeginns der einzelnen Semester finden Sie hier.

    Der Semesterbeitrag ist auch im Falle einer Beurlaubung zu zahlen.

    Bei einer Erkrankung während des Semesters kann ausnahmsweise auch zu einem späteren Zeitpunkt eine Beurlaubung genehmigt werden, wenn die Erkrankung erst nachträglich eintritt, unverzüglich mit einem ärztlichem Attest, aus dem dieser Sachverhalt hervorgeht, angezeigt wird und das Semester nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden kann. Dies gilt auch, wenn sich eine bestehende Krankheit erst während des Semesters bis zur Studierunfähigkeit verschlechtert und das Semester deshalb nicht mehr abgeschlossen werden kann.

    Eine rückwirkende Beurlaubung für bereits abgelaufene Semester, auch bei nachgewiesener Krankheit, ist nicht möglich.

    Wenn Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung noch minderjährig sind, denken Sie bitte daran, dass auch Ihre Erziehungsberechtigten den Antrag mit unterschreiben müssen. Informationen zum Studium von Minderjährigen finden Sie hier.

    Den Antrag auf Beurlaubung finden Sie hier:

    Antrag auf Beurlaubung (Deutsch / Englisch )

    Rückgängigmachung einer Beurlaubung:

    Der Antrag auf Beurlaubung kann innerhalb des Beantragungszeitraums durch formlose, schriftliche Erklärung zurück genommen werden.

    Hinweise zur Erbringung von Studien- und Prüfungsleistungen:

    Semester, in denen eine Beurlaubung erfolgt ist, zählen nicht als Fachsemester. Deshalb können grundsätzlich auch keine Studien- oder Prüfungsleistungen an der Universität Würzburg erbracht werden; lediglich das Ablegen von Wiederholungsprüfungen ist möglich.

    Sofern Vor-, Zwischen- oder Abschlussprüfungen im ersten Versuch nicht bestanden wurden, wird im Bescheid über das erstmalige Nichtbestehen durch das zuständige Prüfungsamt eine Frist mitgeteilt, innerhalb derer die jeweilige Prüfung zu wiederholen ist. Die Beurlaubung setzt diese Frist nicht außer Kraft und es erfolgt keine automatische Abmeldung von der Prüfung! In Zweifelsfällen und bei Fragen bitte an das zuständige Prüfungsamt wenden!

    Wer im Studiengang Rechtswissenschaft (Staatsexamen) den so genannten "Freischuss" wahrnehmen möchte, beachte bitte, dass eine Beurlaubung beim Studium der Rechtswissenschaft nur unter bestimmten Voraussetzungen (vgl. § 37  JAPO) bei der Fristenregelung berücksichtigt wird.

    Bei einer Beurlaubung während nachgewiesener Mutterschutz-, Erziehungsurlaubszeiten oder Zeiten der Pflege von nahen Angehörigen dürfen Studien- und Prüfungsleistungen auch während der Beurlaubung abgelegt werden.

    Hinweise zur Mindeststudienzeit in den Studiengängen Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie:

    Das Studium der Medizin, der Zahnmedizin und auch der Pharmazie setzt - anders als viele andere Studiengänge, die lediglich eine Regelstudienzeit vorgeben - auch eine Mindeststudienzeit voraus. Diese darf bei der Meldung zur Prüfung nicht unterschritten werden.

    Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang, dass bei der Berechnung der Mindeststudienzeiten Urlaubssemester nicht mitgezählt werden!!!

    Die Vorgabe der Mindeststudienzeit beruht auf Bundesrecht (§ 4 Bundesärzteordnung in Verbindung mit der ÄAppO, § 5 Bundes-Apothekerordnung in Verbindung mit der AAppO) und letztlich auf EU-Recht (Art. 24 der Richtlinie 2005/26/EG). Danach setzt die EU-Konformität eines Medizin-, Zahnmedizin- oder Pharmaziestudiums eine bestimmte Mindeststudienzeit sowie die Erbringung bestimmter Studien- und Prüfungsleistungen voraus. Der Bundesgesetzgeber hat hier bewusst auf eine Regelung zur Berücksichtigung von Urlaubssemestern oder Zeiten des Mutterschutzes o.ä. bei der Mindeststudienzeit verzichtet, da nur Zeiten relevant sind, in welchen das Medizin-, Zahnmedizin- oder Pharmaziestudium auch tatsächlich betrieben wurde.

    Falls Sie Fragen zu den Mindeststudienzeiten haben, wenden Sie sich bitte an das für Sie zuständige Prüfungsamt! Die entsprechenden Approbationsordnungen finden Sie hier.

    Hinweise zum Bezug von BAföG:

    Bitte beachten Sie, dass Sie aufgrund einer Beurlaubung Ihren BAföG-Anspruch verlieren können. Damit Ihnen durch die Beurlaubung keine Nachteile entstehen, nehmen Sie bitte vor der Antragstellung Kontakt mit dem für Sie zuständigen BAföG-Amt auf.